Vor 70 Jahren: Öffentliche Vorstellung des elektronischen Universalrechners ENIAC

Der ENIAC wurde im Februar 1946 der Öffentlichkeit präsentiert. Bild: US Army, gemeinfrei

Bis zum 14. Februar 1946 war der erste rein elektronische Universalrechner der Welt, ENIAC, noch ein militärisch gut gehütetes Geheimnis. Die Entwicklung des Rechners begann bereits im Jahr 1942 und wurde von Presper Eckert und John W. Mauchley an der Universität von Pennsylvania geleitet.

Die ersten Berechnungen machte der ENIAC aber wahrscheinlich schon deutlich früher, unter anderem wurden mit ENIAC Teile der Berechnungen der ersten Wasserstoffbomben (wahrscheinlich ab November 1945) durchgeführt.

Insgesamt bestand ENIAC aus 17.468 Elektronenröhren, 7.200 Dioden, 1.500 Relais, 70.000 Widerständen und etwa 10.000 Kondensatoren. Für den Betrieb benötigte er 174 kW – für die damalige Zeit eine gigantische Menge Strom. Er passte auf eine Fläche von ca. 10 m x 17 m und brachte etwa 27 Tonnen auf die Waage. 40 Racks, so würden wir heute sagen, fassten den gesamten Computer.

ENIAC beherrschte die Grundrechenarten addieren, subtrahieren, multiplizieren und dividieren. Darüber hinaus konnte man mit ihm auch eine Quadratwurzel ziehen. Das dauerte dann aber seine Zeit – oft mehr als 0,3 Sekunden, obwohl ENIAC damals extrem flink war.

Die Verbindungen für den Programmablauf mussten damals manuell gesteckt werden. Erst im Jahr 1948 wurde ein Befehlsspeicher integriert, der allerdings die Rechenleistung verlangsamte. Programme konnten schon zuvor einige Rechner wie zum Beispiel die Zuse Z1 und Z3 oder der Harvard Mark I bereits von einem Lochstreifen einlesen. Daten wurden wie bei den anderen Rechnern auch über Lochstreifen eingelesen und auch über einen Lochstreifendrucker wieder ausgegeben. Die kurzzeitige visuelle Ausgabe erfolgte über 102 Lampen (10 Zahlen mit je 10 Ziffern + 2 Vorzeichenlampen). ENIAC versah seinen Dienst bis zum 2. Oktober 1955 bis er endgültig abgeschaltet wurde.

Nachfolgemodell des ENIAC war der EDVAC, der ebenfalls in den späten 40er Jahren von Eckert / Mauchly gebaut wurde.

in den 40er Jahren war der Siegezug der Elektronengehirne noch nicht annähernd auszumachen. 1943 soll zum Beispiel Thomas J. Watson, Chef von IBM, erklärt haben: „Ich glaube, es gibt einen Weltmarkt für vielleicht 5 Computer.“

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